Sind FFP2-Schutzmasken so sicher wie gedacht?

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Mitten in der Corona-Krise taucht nun die nächste Unsicherheit auf – und das ausgerechnet beim Atemschutz der uns neben den Hygieneregeln den meisten Schutz bieten soll.

Bei FFP2-Masken, die bisher als sicher gegen Covid-19 galten, soll die Prüfnorm in vielen Fällen ungenügend sein, so berichtet die deutsche „WirtschaftsWoche“ in einem kürzlich veröffentlichtem online Bericht.

Die Sache mit dem Prüfverfahren

Die EN 149 gilt für Atemschutzgeräte und filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikel. Masken, die nach dieser Norm hergestellt und geprüft wurden, schützen den Träger vor partikelförmigen Schadstoffen wie zum Beispiel Holzstaub, Glasfasern, Aluminiumstaub und weiteren Schadstoffpartikeln. Die Unterscheidung der FFP-Klassen 1, 2 und 3 (FFP steht für „Filtering Face Piece“) richtet sich nach Art und Konzentration des Schadstoffes.

Die Krux liegt in den vorgeschriebenen Prüfverfahren, die speziell bei dieser Norm nur vage beschrieben sind. Das macht es schwierig, Fehler bei den Masken nachzuweisen.

So bleibt bei der Zertifizierung offen, ob die Masken mit größeren oder kleineren Partikeln zu prüfen sind. Aus diesem Grund kann es vorkommen, dass Masken auch dann der Norm entsprechen, wenn sie kleinere Partikel – wie zum Beispiel Viren – durchlassen.
Zudem werde wohl auch öfter mit veralteten Messgeräten gearbeitet, so die „WirtschaftsWoche“.

Und da haben wir das Problem.

Nicht alle Schutzmasken sind schlecht

Für die Bevölkerung ist nicht zu beurteilen, ob eine Schutzmaske gut oder schlecht ist. Hierzulande wird vermehrt die europäische FFP2-Zertifizierung statt der chinesischen KN95-Maske bevorzugt. Dabei gibt es auch KN95-Masken in sehr guter Qualität, die in China hergestellt werden.

 

Die Prüfung mit moderner Feinstaubmessung kann eine kurzfristige Lösung sein, eine Überarbeitung der Norm EN 149 wird jedenfalls noch Jahre dauern.

Was also tun?

Seit der Pandemie gibt es im deutschsprachigen Raum tausende Glücksritter, die mit Masken handeln und das schnelle Geld suchen. Mit Arbeitsschutz hatten sie in den meisten Fällen davor nie zu tun. Mittlerweile bieten viele Werbemittelhändler, Immobilienmakler und Firmen, die ein freies Handelsgewerbe haben, Schutzmasken und weitere PSA an. Eine langjährige und fundierte Expertise darf hier zu Recht bezweifelt werden.

Der Kauf von Atemschutzmasken bleibt am Ende Vertrauenssache. Langjährig etablierte Markenhersteller und Händler bieten an dieser Stelle die größte Sicherheit, da sie über die notwendige Fachkenntnis verfügen und sich mangelhafte Qualität schlicht nicht leisten können; es gibt schließlich einen Ruf zu ruinieren.


Über den Autor

Hilde Boss
Sortimentskommunikation Arbeitsschutz
Hilde Boss ist zuständig für die Sortimentskommunikation im Bereich Arbeitsschutz bei Haberkorn. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für Kommunikationsmaßnahmen und bereitet relevanten Content zu Fachthemen für geeignete Kommunikationskanäle auf.