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Sonnenschutz ist Arbeitsschutz: So schützen Sie sich vor der Sonne

· 3 Min Lesezeit

Die Sommer sind in Österreich, Deutschland und der Schweiz seit den 1990er-Jahren massiv wärmer geworden, was sich unter anderem in einer deutlichen Zunahme von Hitzewellen äußert.

Die klimatischen Bedingungen haben unmittelbaren Einfluss auf unseren Körper. Wie Sie sich bei der Arbeit und im Alltag vor zu viel schädlicher Sonneneinstrahlung schützen können, lesen Sie hier!
 

Einfluss von Hitze auf den Körper

Neben den häufigeren und längeren Hitzewellen im Sommer kommt es immer öfter zu einer geringeren Abkühlung in den Nächten. Sogenannte Tropennächte, wenn die Temperatur in der Nacht nicht unter 20 Grad fällt, werden häufiger.

Um den Körper kühlen zu können, pumpt das Herz das erwärmte Blut bis zu drei Mal schneller von innen an die Körperoberfläche, wo es abkühlt und dann ins Körperinnere zurückfließt. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Umgebungstemperatur unter der Körpertemperatur liegt. Kritisch wird es vor allem, wenn es auch nachts nicht deutlich kühler wird, da dann das Herz rund um die Uhr auf hohem Niveau arbeiten muss.

Generell kann es zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Erschöpfung und Schwindel/Benommenheit kommen. Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Krankheiten sind hier besonders gefährdet.

Inzwischen gibt es moderne Kühlbekleidung, die den Komfort erhöht und die Leistungsfähigkeit erhält.

 

Richtiger Sonnenschutz bei der Arbeit

Mehrere tausend Verdachtsfälle von beruflich bedingtem hellen Hautkrebs werden jedes Jahr gemeldet. Daher darf neben dem richtigen Umgang mit Hitze auch auf einen geeigneten UV-Schutz nicht vergessen werden, um Haut und Augen zu schützen.

Bei der UV-Strahlung ist nicht die Temperatur entscheidend, sondern die Intensität der Strahlung. Den ganzen Tag über, aber besonders in der Mittagszeit von 11 Uhr bis 15 Uhr, ist die Anwendung von Sonnenschutz- und Gesichtscreme mit Lichtschutzfaktor, passender UV-Schutzkleidung und einer UV-Schutz-Sonnenbrille unverzichtbar.

Der Arbeitgeber ist per österreichischem Gesetz verpflichtet, die Gefahren durch UV-Strahlung im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung zu erheben und entsprechende Lösungen anzubieten.

TOP-Prinzip

Die AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) empfiehlt neben dem oben genannten Schutz die Einhaltung des TOP-Prinzips, um Beschäftigte, die der Sonneneinstrahlung besonders intensiv ausgesetzt sind (wie zum Beispiel im Bauwesen), schützen zu können. Neben dem UV-Schutz bleibt so auch eine höhere Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter erhalten.

Das TOP-Prinzip setzt sich zusammen aus technischen (zum Beispiel Abschattung durch ein Sonnensegel), organisatorischen (zum Beispiel Vermeidung der Mittagssonne) und personenbezogenen Schutzmaßnahmen (zum Beispiel UV-Schutzkleidung).

Ein geeigneter Sonnenschutz auf Baustellen ist deshalb so wichtig, weil die Baubranche besonders sonnenexponiert ist. Da technische und organisatorische Maßnahmen jedoch gerade auf Baustellen beim UV-Schutz nicht immer möglich sind, spielt das Tragen von Persönlicher Schutzausrüstung eine umso größere Rolle.

 

UV-Schutzkleidung vor Sonnenschutzcreme

Grundsätzlich ist ein Schutz durch geeignete UV-Schutzkleidung einem Schutz durch Sonnencreme vorzuziehen. Schutzhelme und Kappen schützen den Kopf, wobei ein Nackenschutz zusätzlich zu empfehlen ist. In diesem Zusammenhang kann bei Arbeitskleidung auf die UPF50+-Zertifizierung (UPF = Ultraviolet Protection Factor) geachtet werden. Stoffe mit diesem Zertifikat lassen weniger als ein Fünfzigstel der UV-Strahlung bis zur Haut vordringen.

Außerdem sollte unbedingt eine UV-Schutz-Sonnenbrille getragen werden, wobei hier auf das CE-Kennzeichen und die Schutzstufen nach EN 172 zu achten ist.

Alle Körperteile, die nicht durch Arbeitskleidung geschützt werden können (zum Beispiel Ohren, Handrücken, Nase), sollten mit einer Gesichtscreme mit Sonnenschutzfaktor bzw. einer Sonnencreme regelmäßig eingecremt werden. Die beste Sonnencreme ist dafür eine mit besonders hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50).

 

Noch mehr Tipps gegen Hitze und Sonne

Neben den oben genannten Tipps bei der Arbeit, können Sie aber auch im Alltag etwas dafür tun, dass Ihnen die Hitze nicht zu sehr zu schaffen macht:

  • Trinken Sie viel und essen Sie leicht.
  • Lüften Sie morgens, wenn die Luft noch kühler ist, und sorgen Sie mit Jalousien oder Markisen für Schatten.
  • Schalten Sie elektrische Geräte im Wohnbereich, die Hitze erzeugen (zum Beispiel Waschmaschine oder Geschirrspüler), erst am Abend ein. Der Wäschetrockner heizt am stärksten und verbraucht zudem viel Energie – an warmen Tagen trocknet Ihre Wäsche draußen ohnehin am besten.
  • Tragen Sie Sonnenbrillen mit großen Gläsern, damit auch seitlich keine Strahlung eintreten kann, und achten Sie auch hier auf den UV-Schutz.
  • Wählen Sie lange und weite Kleidung, die luftdurchlässig ist, und vergessen Sie nicht, sich immer wieder einzucremen. Ein Hut schützt Kopfhaut und Gesicht.

Über den Autor

Hilde Boss
Sortimentskommunikation Arbeitsschutz
Hilde Boss ist zuständig für die Sortimentskommunikation im Bereich Arbeitsschutz bei Haberkorn. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für Kommunikationsmaßnahmen und bereitet relevanten Content zu Fachthemen für geeignete Kommunikationskanäle auf.