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Tipps und Infos zur Sicherheit beim Arbeiten mit Schleifmitteln

· 3 Min Lesezeit

Eine Schleif- oder Schruppscheibe arbeitet üblicherweise mit einer Drehzahl von etwa 10.000 U/min. Unbeabsichtigter Kontakt mit beweglichen Teilen oder umherfliegenden Partikeln sowie Verbrennungen durch Funken oder langfristige Schädigungen des Gehörs oder durch die Hand-Arm-Vibration gehören zu den vordergründigen Verletzungsrisiken. Jedes Unternehmen, das Schleifwerkzeuge nutzt, besitzt die gesetzliche Verantwortung, die damit einhergehenden Verletzungsrisiken zu minimieren und seine Mitarbeiter sicher und gesund zu erhalten.

Wir geben Ihnen einen umfassenden Überblick über häufige Gefahren beim Umgang mit Schleifmitteln wie die Gefährdung durch Staub, Gefährdung durch Lärm, Gefährdung durch Hand-Arm-Vibration und Gefährdung durch Verletzung – und die passenden Lösungen dazu!

Vollständige Risikobewertung

Für ein optimales Arbeitsschutzmanagement müssen zunächst vorhandene Verletzungsmöglichkeiten identifiziert werden. Zu den häufigsten Gefährdungen bei Arbeiten mit Schleifmitteln zählen:

Gefährdung durch Staub

Schleifmittel dienen dem Trennen, Formen, Bereinigen oder Entfernen von Material von einem Werkstück. Je feiner das Schleifmittel, desto feiner sind auch die entstehenden Staubpartikel. Damit vergrößert sich das Risiko, diese einzuatmen.

Staub in der Luft kann ohne entsprechenden Augenschutz buchstäblich ins Auge gehen. Beim Einatmen können sich die Partikel in der Lunge ablagern und so in den Blutkreislauf und das Lymphsystem der Lunge gelangen; von dort werden sie in andere Teile des Körpers transportiert.

Ohne Atemschutz kann dies kurz- und langfristige Probleme wie Atemwegsentzündungen, allergische Reaktion wie Asthma oder sogar Krebserkrankungen der Atemwege hervorrufen.

Bei der Wahl des Schleifmittels spielt es eine große Rolle, ob die Körnung sehr groß ist (führt zu großen Staubpartikeln) oder ob es eine feinere Körnung hat, was kleinere Staubpartikel zur Folge hat. Auch die Art, wie Schleifmittel schneiden und Material abtragen, ist entscheidend. Grobe Körnungen produzieren kleine Schleifabriebpartikel in Form kürzerer Späne.

Längere Späne hingegen werden durch Schleifmittel mit präzisionsgeformten Schleifkörnern produziert und befinden sich kürzere Zeit in der Luft. Sie reduzieren somit die Belastungszeit und sind effizient im Materialabtrag.

Gefährdung durch Lärm

Dass Lärm krank macht, ist hinlänglich bekannt. Schleifarbeiten können neben Lärmbelastungen durch Werkzeuge etc. zu einer starken Lärmbelastung führen, die zum Zweck einer Risikominimierung gemessen wird.

Die Wahl des richtigen Schleifprodukts könnte den Schalldruck beeinflussen. Gehörschutzstöpsel oder Gehörschutz in Kombination mit Gesichtsschutz eignen sich für Schleifarbeiten besonders und können die Lärmbelastung auf ein sicheres Maß beschränken. Achten Sie darauf, dass der Gehörschutz gut passt und dass er richtig gelagert und gewartet wird.

Gefährdung durch Hand-Arm-Vibration

Eine längere Aussetzung gegenüber Werkzeugen mit Vibrationen kann zu verschiedenen Beschwerden führen, die zusammenfassend als Hand-Arm-Vibrationssyndrom (HAVS) beschrieben werden. Neben einer Verringerung der Durchblutung wie zum Beispiel auch durch Kälte, können sie auch zu Muskel-Skelett-Schäden führen, welche die Sehnen im Handgelenk betreffen und zum sogenannten Karpaltunnelsyndrom führen können.

Ein Einsatz von Spannvorrichtungen, Zwingen und Stabilisatoren verursacht einen geringeren Kraftaufwand und vermindert so die Vibrationen.

Auch die Auswahl des richtigen Schleifprodukts ist von grundlegender Bedeutung. Beschichtete Schleifbänder können weniger Vibrationen hervorrufen als gebundene Schleifbänder auf festen Maschinen. Gebundene Schleifscheiben können durch schneller schneidende und langlebige Fiberscheiben auf tragbaren Winkelschleifern ersetzt werden.

Gefährdung durch Verletzung

Zur Verletzungsgefahr zählen Schnitte, Verbrennungen mit heißen Teilen und Werkzeugen, aber auch das Verheddern von Kleidung, Haaren und Körperteilen des Anwenders. Auch Haut- und Augenverletzungen durch den Kontakt mit Funken und Partikeln können auftreten. Ausfälle von Schleifmitteln oder falsch gesicherte Werkzeuge stellen ebenso Gefahrenquellen dar.

Der Betrieb von Schleifmitteln mit überhöhter Drehzahl ist eine der Hauptursachen für den Ausfall von Komponenten. Es ist äußerst wichtig, dass Geräte nur im zulässigen Geschwindigkeitsbereich betrieben werden.
Damit das Material nicht leidet, ist es auch wichtig, auf die richtige Lagerung zu achten. Es kann empfindlich auf extreme Temperaturen und Feuchtigkeit reagieren, dadurch können die mechanischen Eigenschaften abnehmen.

Die persönliche Schutzausrüstung ist bei der Verwendung von Schleifmitteln absolut unverzichtbar. Zu den Mindestanforderungen gehören Arbeitshandschuhe, Sicherheitsschuhe, Schutzkleidung wie Latzhose und langärmelige Jacke – zusammen mit Gesichts-, Gehör-, Augen- und Atemschutz.
Wie immer gilt: Die PSA muss auf den Träger abgestimmt und in gutem Zustand sein.

Schleifmittel bergen Gefahren für ihre Anwender, sind aber oft der schnellste und effizienteste Weg, um Produktionsziele zu erreichen.

Mit einer entsprechenden Sicherheits-Strategie hinsichtlich der Risikobewertung, einem erhöhten Bewusstsein für die Gefahren und einer klugen Auswahl von Produkten sind Sie auf der sicheren Seite.


Über den Autor

Hilde Boss
Sortimentskommunikation Arbeitsschutz
Hilde Boss ist zuständig für die Sortimentskommunikation im Bereich Arbeitsschutz bei Haberkorn. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für Kommunikationsmaßnahmen und bereitet relevanten Content zu Fachthemen für geeignete Kommunikationskanäle auf.