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Professioneller Sonnenschutz ist nicht schwer, aber wichtig!

· 3 Min Lesezeit

Endlich ist er da, der langersehnte Sommer. Mit der stärker werdenden Sonneneinstrahlung tut sich allerdings jedes Jahr wieder das Thema der UV-Belastung auf. Schutz vor ultravioletter Strahlung (UV-Strahlung) ist nicht nur in der Freizeit angesagt: In vielen Bereichen des Handwerks, der Bauwirtschaft oder zum Beispiel auch der Land- und Forstwirtschaft werden Arbeiten unter freiem Himmel durchgeführt. Und das oft mehrere Stunden pro Tag, viele Tage im Jahr.

Gut informiert heißt besser geschützt – wir geben Ihnen einen Überblick über Gefahren von und möglichen Schutz vor einem Zuviel an Sonne!

 

In jeder Situation der passende Schutz

Die Sonne ist für uns Menschen zum einen lebensnotwendig, da unser Körper durch sie das so wichtige Vitamin D produziert. Ein Zuviel ist allerdings schädlich für Haut, Augen und Kreislauf.

Schutz vor gefährlicher Sonneneinstrahlung ist nicht nur in Freien, sondern auch bei Arbeiten in Innenräumen notwendig. Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) legt Vorgaben für den Hautschutz der Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber fest. Die am Arbeitsplatz vorzunehmenden UV-Schutzmaßnahmen werden unter Betrachtung der Arbeitssituation im Rahmen der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung fixiert.

So sind bei Arbeiten in Räumen immer erst kollektive Maßnahmen wie zum Beispiel technische/bauliche Maßnahmen (z.B. Beschattung) zu treffen. Sollte dies nicht ausreichen, müssen Schritte auf organisatorischer Ebene vorgenommen werden.

Risiko Hautkrebs

Grundsätzlich werden drei Arten von UV-Strahlung und deren Auswirkungen unterschieden:

UVA

Direkte kurzfristige Pigmentierung, praktisch ohne vorherigen Sonnenbrand (Melaninvorstufen dunkeln nach, schnelle Bräune die schnell abklingt/ Haut baut nur wenig Eigenschutz auf); Mallorca-Akne; phototoxische und allergische Reaktionen, Sonnenallergie, Hautalterung, Elastose, Fältchenbildung, Hautkrebsrisiko, hohes Melanomrisiko.

UVB

UV-Erythem (Sonnenbrand), z. T. schwere langfristige Zellschädigungen der Oberhaut; Aufbau einer Lichtschwiele; DNA-Schäden; hohes Hautkrebsrisiko.

UVC

UV-Erythem (Sonnenbrand); Schwächung des Immunsystems; DAN-Schäden; sehr hohes Hautkrebsrisiko (Karzinogenität).

Die Belastung durch UV-A- und UV-B-Strahlung wächst stetig. In Deutschland wurden im Sommer 2019 UV-Stärken gemessen, wie sie noch vor 20 Jahren in Ländern wie Australien oder Indien typisch waren. Damit wächst auch das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Allein in Deutschland sind ca. 2,5 bis 3 Millionen Menschen an UV-Licht-exponierten Arbeitsplätzen tätig.

Nicht nur Outdoorworker sind von der UV-Gefahr betroffen. Tätigkeiten wie Lichtbogenschweißen oder das Härten von Kunststoffen rufen künstliche UV-Strahlung (UV-C-Strahlung) hervor, die für „weißen Hautkrebs“ verantwortlich sein kann.

Seit 2015 ist der weiße Hautkrebs, der allein durch UV-Strahlung ausgelöst wird, als Berufskrankheit anerkannt.
Besonders bösartig ist der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom), der wesentlich seltener auftritt. Neben der UV-Strahlung spielt hier auch die genetische Veranlagung eine Rolle.

 

Der UV-Index gibt Auskunft

Der UV-Index gibt die Stärke der UV-Strahlung an: Je höher der Index ist, desto höher ist auch die Gefahr, dass die Haut geschädigt wird, und damit die UV-Belastung. Je höher diese wiederum ist, desto kürzer ist die Zeit bis zu einer Schädigung und desto mehr Schutzmaßnahmen sind erforderlich.

Besonders hoch ist die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung bei uns zwischen Mai und September.

Geschützte Haut bedeutet gesunde Haut

Beim Schutz vor Hautkrebs gilt grundsätzlich: Je dichter das Gewebe der Kleidung, desto besser schützt es. Der UV-Protektions-Faktor (UPF) gibt Auskunft darüber, ob Textilien besondere Webtechniken und/oder Imprägnierungen und damit einen besonders effektiven UV-Schutz bieten. Für Outdoor-Tätigkeiten sollte der UPF mindestens 40 betragen. Schutzkleidung mit 40 oder höherem UPF können einfach anhand eines gelben Logos mit Angabe des Schutzfaktors „UPF 40+“ erkannt werden. Für erhöhte Sicherheit sorgt „UPF 50+“ gemäß EN 13758.

Neben dem geeigneten Kleidungsschutz sind auch Sonnenschutzmittel als UV-Schutz unerlässlich. Diese schützen die Bereiche des Körpers, die mit Textilien nicht ausreichend bedeckt werden können, wie zum Beispiel das Gesicht, den Hals oder den Nacken. Richtig angewendet können Lichtschutzmittel laut Studien das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um rund 40 Prozent reduzieren.

 

Das 5S-Prinzip für perfekten Sonnenschutz

  1. Sonnenschutzkleidung anziehen: UV-dichte Kleidung gehört zu den effektivsten Barrieren zwischen Haut und UV-Sonnenstrahlung.
  2. Sonnenschutzprodukte auftragen: Tragen Sie 15 - 20 Minuten, bevor Sie in die Sonne gehen ein Sonnenschutzprodukt mit LSF 50 und umfassenden UV-A-Schutz auf alle unbedeckten Körperstellen auf - einschließlich Gesicht, Ohren und Nacken. 
  3. Sonnenhut oder -Kappe aufsetzen: Eine Kopfbedeckung ist sehr wichtig. Auch sollten die Ohren und der Nacken bedeckt sein.
  4. Sonnenbrille verwenden: Die Augen sollten mit einer zertifizierten und hochwertigen Sonnenbrille geschützt werden
  5. Schatten suchen/ Sonne vermeiden: Arbeiten in der Sonne sollten möglichst vermieden werden - halten Sie sich während der Pausen im Schatten auf.

 

Eine Sonne - viele Hauttypen

Hauterkrankungen stehen bereits seit Jahren ganz oben in der Statistik für Berufskrankheiten.

Professioneller Hautschutz gehört genauso zur Persönlichen Schutzausrüstung wie zum Beispiel Sicherheitsschuhe. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, geeignete Hautschutzprodukte bereitzustellen – und der Arbeitnehmer ist verpflichtet, diese auch anzuwenden.


Über den Autor

Hilde Boss
Sortimentskommunikation Arbeitsschutz
Hilde Boss ist zuständig für die Sortimentskommunikation im Bereich Arbeitsschutz bei Haberkorn. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für Kommunikationsmaßnahmen und bereitet relevanten Content zu Fachthemen für geeignete Kommunikationskanäle auf.