Probleme und Lösungen

Pimp my working body – Exoskelette als Arbeitserleichterung

· 2 Min Lesezeit

Schulterbeschwerden, Bandscheibenvorfälle, kaputte Knie: Die Liste der Erkrankungen des Bewegungsapparates im Zuge von körperbelastenden Arbeiten ist lang. Zugegeben: Exoskelette benötigen noch Entwicklungsarbeit. Dennoch sind sie eine spannende Innovation und bereits seit längerer Zeit auch im Arbeitsschutz Gesprächsthema. Verschaffen Sie sich mit nachfolgendem Beitrag einen Einblick in dieses zukunftsträchtige Thema!

Was sind Exoskelette und wie funktionieren sie?

Das Wort Exoskelett setzt sich zusammen aus den altgriechischen Wörtern „exo“ (= außen) und „skeletós“ (= ausgetrockneter Körper, Mumie) und ist laut Definition in Wikipedia eine „äußere Stützstruktur für den Körper“. Exoskelette entlasten das Muskel-Skelett-System des Trägers, was zu einer Kraftunterstützung beiträgt und den Körper weniger rasch ermüden lässt.

Auf lange Zeit gesehen soll der menschliche Körper speziell bei Arbeiten in der immer gleichen Kopfüber-Position sowie bei Aufgaben, bei denen präzises Arbeiten notwendig ist, vor Schmerzen und chronischen Verletzungen geschützt werden.
Als weiterer Effekt werben Exoskelett-Hersteller damit, dass Produktivität und Qualität gesteigert werden.

Die Komponenten eines Exoskeletts für den Oberkörper bestehen oftmals aus Gestell, Armschalen und Kassetten, die sich der Träger umschnallt. Diese verteilen das Gewicht, das die Arme heben, von Schultern, Nacken und oberem Rücken auf die Hüfte und reduzieren so die Last auf dem Oberkörper. Die Mechanik wird aktiviert, wenn der Arm gehoben wird, und lässt locker, wenn der Arm gesenkt wird.

Gerade die Automobil-Industrie kann bei Montage-Arbeiten von Exoskeletten profitieren. Die Anwendungsgebiete sind aber auch anderweitig breit gestreut: Von Wartungsarbeiten über Schweißen, Lackier- und Maler-Arbeiten bis zu Tätigkeiten in der Verbraucher-Industrie und der Medizintechnik – die Liste ließe sich noch länger fortsetzen.

Was gibt es bei Exoskeletten zu bedenken?

Ein Mitarbeiter mutiert nicht gleich zum X-Man, sobald er ein Exoskelett anhat: Für das Heben von besonders schweren Lasten sind sie nicht gedacht – Menschen werden nicht stärker dadurch, sondern in ihren Bewegungen mit Lasten unterstützt.

Vorsicht ist bei rutschigem, instabilem oder weichem Untergrund geboten. Stolper- oder Sturzunfälle gehören immer noch mit zu den häufigsten Unfallursachen an Arbeitsplätzen. Sollte dies mit einem Exoskelett passieren, könnte hier die zusätzliche Masse zu noch gravierenderen Verletzungen führen.

Zudem muss man sich eines vor Augen halten: Die roboterhaften Bewegungen und die gesamthafte Erscheinung eines Menschen im Exoskelett sind durchaus gewöhnungsbedürftig und wirken schlicht und ergreifend fremdartig. Daher muss hier insbesondere an der Akzeptanz der Träger angesetzt werden. Dazu gehört – wie immer im Arbeitsschutz – auch ein möglichst hoher Tragekomfort.

Die Bedürfnisse der Beschäftigten sollten also möglichst früh in den Entwicklungsprozess einbezogen werden – auch für die notwendige ergonomische Gestaltung des Exoskeletts. Bei Sommertemperaturen sollte man sich gut und möglichst ohne noch mehr zu schwitzen bewegen können.

Nichtsdestotrotz: Exoskelette sind ein spannendes Thema, das man in jedem Fall im Auge behalten sollte!

Wie ist es bei Ihnen im Betrieb – gibt es Potenzial für den Einsatz von Exoskeletten?

Haben Sie Fragen zu Exoskeletten? Lassen Sie es uns wissen!


Über den Autor

Hilde Boss
Sortimentskommunikation Arbeitsschutz
Hilde Boss ist zuständig für die Sortimentskommunikation im Bereich Arbeitsschutz bei Haberkorn. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für Kommunikationsmaßnahmen und bereitet relevanten Content zu Fachthemen für geeignete Kommunikationskanäle auf.