Probleme und Lösungen

Gesichtsvisiere vs. Schutzmasken: neue Studie

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Die Studienlage zur Wirksamkeit der Masken gegen eine Ausbreitung des Coronavirus war lange eher dünn.

Nun wurde im Fachjournal „Physics of Fluids“ ein amerikanisches Forschungsergebnis veröffentlicht, das mit sehr anschaulichen Bildern und Videos die Bewegung künstlich hergestellter Tropfen im Raum zeigt. Um das Ergebnis interpretieren zu können, muss man nicht studiert haben – doch lesen Sie selbst!

Schutz contra Bequemlichkeit

Wir alle müssen sie tragen – und trotzdem wird seit Monaten über Schutzmasken diskutiert. Wirksam oder nicht wirksam, nur in Verbindung mit Lebensmitteln oder in allen Gewerben, auch an der frischen Luft oder nur in geschlossenen Räumen – die Unsicherheit war und ist groß.

In der Studie, die „Der Standard“ kürzlich zusammengefasst veröffentlichte, ging es wohlgemerkt nicht darum, ob Visiere oder Schutzmasken mit Ventil vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen können, sondern darum, ob sie eine Verbreitung des Virus durch einen Infizierten reduzieren können.

Eine Gruppe Wissenschaftler der Florida Atlantic University konnte veranschaulichen, dass Gesichtsvisiere und Schutzmasken mit Ventil als Schutz vor Covid-19 weniger effektiv sind als medizinische Masken (ohne Ventil) und wiederverwendbarer Mund-Nasen-Schutz.

Sehr deutlich kann dies im Video nachvollzogen werden: An einer Puppe wurde Niesen und Husten imitiert, indem in den Mund der Puppe destilliertes Wasser und Glyzerin in Form winziger Tröpfchen gesprüht wurde. Die Bewegung dieser Aerosole im Raum wurde mittels Laserstrahlen sichtbar gemacht.

Zwar werden durch das Plastikschild die Tröpfchen zunächst geblockt, verteilen sich dann aber um das Visier und breiten sich in einem größeren Gebiet aus.

Ähnlich verhält es sich mit Schutzmasken mit Ventil. Diese filtern zwar die Luft, die eingeatmet wird, nicht jedoch die, die wieder austritt.

Die Krux daran: Sowohl Gesichtsvisiere als auch Schutzmasken mit Ventil sind komfortabler zu tragen, da es sich damit leichter atmen lässt. Auch die Feuchtigkeit, die beim Atmen unter einer Maske auftritt, fällt weg.

Das US-Forscherteam empfiehlt dennoch, auf einfache Stoffmasken bzw. Schutzmasken mit N95-Standard zurückzugreifen. Diese böten zwar keinen hundertprozentigen Schutz, ließen aber weniger Tröpfchen durch.

Es lohnt sich also, einen Blick auf die Bilder und Videos zur Beweisführung zu werfen.

Ein kürzlich vom ORF veröffentlichter Bericht bestätigt die Studie auch von japanischer Seite.


Über den Autor

Hilde Boss
Sortimentskommunikation Arbeitsschutz
Hilde Boss ist zuständig für die Sortimentskommunikation im Bereich Arbeitsschutz bei Haberkorn. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für Kommunikationsmaßnahmen und bereitet relevanten Content zu Fachthemen für geeignete Kommunikationskanäle auf.