Probleme und Lösungen

Ergonomie im Home-Office

· 3 Min Lesezeit

Wenn man an Home-Office während der Corona-Pandemie denkt, kommt einem meist die psychische Belastung mit Familie, Job und Quarantäne in den Sinn. Dass neben der Psyche auch unser Körper bei der Arbeitsplatzgestaltung im Home-Office eine ganz zentrale Rolle einnimmt, wird oftmals vergessen. Lesen Sie hier mehr über ergonomisches Arbeiten im Home-Office!

Wie kann man sich im Home-Office ergonomisch einrichten?

Ziel und Zweck der Ergonomie ist neben der Vermeidung von langfristigen negativen gesundheitlichen Folgen, das Unfallrisiko möglichst zu minimieren und gleichzeitig das Wohlbefinden, aber auch die Wirtschaftlichkeit – sprich die Leistungsfähigkeit – sicherzustellen.

Nicht jeder hat zu Hause die Möglichkeit, an einem vernünftigen Schreibtisch zu arbeiten. Viele arbeiten am Esstisch, manche sogar auf der Couch oder im Bett. Die Pandemie hat viele zu diesen unglücklichen Lösungen gezwungen. Dass das keine Dauerlösung sein kann, ist jedem klar.

Es gibt jedoch einige Richtlinien, um das Home-Office möglichst ergonomisch einzurichten.

Die Arbeitsfläche sollte ausreichend groß und die Tischhöhe so eingestellt sein, dass die Unterarme beim Aufliegen auf dem Tisch einen rechten Winkel mit den Oberarmen bilden.

Bei Computerarbeit sollte auf einen Abstand von 50 bis 80 cm zwischen Augen und Bildschirm geachtet werden.

Ein Augenmerk ist ebenso auf den richtigen Abstand der Tastatur zur Tischkante, auf das Vorhandensein der benötigten Software, die Beleuchtung und auf Klimafaktoren zu legen.

Natürlich wäre ein ergonomischer Arbeitsstuhl nach Möglichkeit wünschenswert.

Das Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) veröffentlichte kürzlich eine Checkliste mit Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um ergonomisches Arbeiten im Home-Office. Zudem werden konkrete Tipps zur Arbeitsplatzgestaltung im Home-Office gegeben und Fragen wie zum Beispiel, wie groß denn nun ein Schreibtisch im Home-Office sein sollte, beantwortet.

Die Checkliste zu Ergonomie im Home-Office finden Sie in einer kurzen und einer langen Version unter: https://www.kommmitmensch.de/aktuelles/meldungen/2021/checkliste-homeoffice/

Tipps und Tricks zu Ergonomie im Home-Office

Eine der physischen Hauptbelastungsarten sind Körperzwangshaltungen. So bestehen physische Risikofaktoren in österreichischen Betrieben besonders bei Arbeiten im Stehen, bei Arbeiten mit PC, Laptop und Smartphone und bei Arbeiten im Sitzen.

Der Körper lässt sich aber unterstützen. So kann die Arbeitshaltung verbessert werden, indem mit dem Becken leicht nach vorne gekippt wird, um den Brustkorb aufzurichten und die Halswirbelsäule natürlich aufzurichten. Berücksichtigt werden sollte die Anpassung von Tastatur und Bildschirm, wie in der Checkliste zur Ergonomie beschrieben, und auch auf Reflexion und Blendung muss geachtet werden. Für ergonomisches Sitzen im Bürostuhl sollte auch die Stützfunktion des Stuhls genutzt werden, ebenso wie Sitzfläche, Rücken- und Armlehne sowie eine korrekte Sitzhöhe.

Auch eine Unterbrechung des langen Sitzens ist zu empfehlen. Auf eine sitzende Phase sollte eine Steh-Phase von maximal 20 Minuten folgen, in der beispielsweise Tätigkeiten wie Telefonate ausgeführt werden können. Ein Haltungswechsel ist zwei- bis vielmal Mal pro Stunde zu empfehlen. Statisches Stehen ist dabei zu vermeiden.

Auch Pausen können gut für Bewegung und „ergonomiefreundliches Home-Office“ genutzt werden. Ein Spaziergang in der Mittagspause, Ausgleichsübungen für die Augen und eine bewegte Freizeit tun nicht nur dem Körper, sondern auch der Psyche gut.

Evaluierungen der Ergonomie im Home-Office sind aktuell nicht möglich und nicht realistisch. Derzeit kann der Arbeitgeber nur ergonomische Empfehlungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aussprechen und an die Selbstverantwortung appellieren.


Über den Autor

Hilde Boss
Sortimentskommunikation Arbeitsschutz
Hilde Boss ist zuständig für die Sortimentskommunikation im Bereich Arbeitsschutz bei Haberkorn. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für Kommunikationsmaßnahmen und bereitet relevanten Content zu Fachthemen für geeignete Kommunikationskanäle auf.