Probleme und Lösungen

Die Kunst der betrieblichen Gesundheitsförderung

· 3 Min Lesezeit

Jeder in die Gesundheit investierte Euro zahlt sich aus. Das wissen wir alle.

Auch betriebliches Gesundheitsmanagement ist Arbeitsschutz. Beide haben ähnliche Ziele – wie etwa eine gesunde bzw. unfallfreie Unternehmenskultur zu schaffen –, aber auch wirtschaftliche Interessen: Gesunde Mitarbeiter kosten weniger Geld.

Die Aufgabe der betrieblichen Gesundheitsförderung ist es, Bewusstsein für ein gesundes und ausgewogenes Leben zu schaffen – sowohl physisch als auch psychisch. Die Kunst dabei? Es den Mitarbeitern so leicht als möglich machen, sich bewusst dafür zu entscheiden.

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Was zählt zur betrieblichen Gesundheitsförderung?

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist Teil einer modernen Unternehmensstrategie. Arbeitsschutz und BGM haben das Bestreben, Krankheiten und Unfällen vorzubeugen, das grundsätzliche Stärken der Gesundheit sowie das Steigern beziehungsweise das Halten des Wohlbefindens der Mitarbeiter am Arbeitsplatz.

Wer sich wohlfühlt, befindet sich in einem gesunden und geistig aktiven Zustand. Es liegt auf der Hand, dass dies beste Grundvoraussetzungen für gute Leistungen sind. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels hängt der Erfolg eines Unternehmens an gesunden, motivierten und qualifizierten Mitarbeitern.

Aufgabe der betrieblichen Prävention ist es somit, Maßnahmen zur Verhaltens- (gesunde Mitarbeiter) und Verhältnisprävention (gesunde Organisation) zu entwickeln und umzusetzen.

Während sich Verhaltensprävention also mit dem Mitarbeiter persönlich beschäftigt (z.B. gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, psychische Gesundheit etc.), beinhaltet die Verhältnisprävention Themen wie Ergonomie am Arbeitsplatz und Arbeitszeiten.

Erfolgreich mit gesunden Mitarbeitern

Die Vorteile betrieblicher Gesundheitsförderung sind deutlich und reichen erwiesenermaßen von weniger Fehltagen und höherer Leistungsfähigkeit, verbesserter Betriebsatmosphäre und erhöhter Arbeitsqualität bis dahin, dass wertgeschätzte Mitarbeiter zufriedener und motivierter sind.

Als Zuckerl obendrauf wird mit attraktiven BGF-Angeboten die Arbeitgeber-Marke gestärkt. Stichwort: Employer Branding.

Die Palette an Beispielen für Betriebliche Gesundheitsförderung ist groß; Yoga-Kurse, Raucherentwöhnung, Lauftreffs, Ernährungskurse und Führungskräfteentwicklung gehören bei vielen – zumindest bei größeren – Unternehmen bereits zum Standardprogramm.

Wer macht mit? Ein paar Tipps

Angebote gibt es also genug, und der Wille zur Umsetzung ist da.
Jetzt kommt die vermutlich größte Hürde: Wie bringt man die Mitarbeiter dazu, das Angebot auch zu nutzen?

Hier einige Tipps, wie Sie Ihr Angebot der betrieblichen Gesundheitsförderung an die Frau und an den Mann bringen können:

  • Stellen Sie ein motiviertes Gesundheits-Team zusammen, das für das Thema brennt und bei der Umsetzung unterstützt. Sinnvollerweise kommen die Team-Mitglieder aus möglichst vielen verschiedenen Abteilungen.
  • Holen Sie unbedingt Geschäftsführung und Führungskräfte ins Boot und begeistern Sie sie dafür.
  • Sie müssen nicht für jeden Geschmack etwas bieten. Eine Auswahl an verschiedenen Angeboten ist aber durchaus sinnvoll.
  • Wiederholen Sie erfolgreiche Veranstaltungen. Sie werden sehen: Es kommen dieselben  Mitarbeiter wieder, und sie ziehen „neue“ Personen mit. Hier herrscht das Gefühl des Dazugehörens und Mitreden-Könnens. Gute Mundpropaganda ist Ihr Freund!
  • Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich bei der Auswahl des Programms einzubringen.
  • Machen Sie es spannend: Stellen Sie ein Jahresprogramm zusammen und präsentieren Sie dies zu Beginn des Jahres, ohne zu viel davon zu verraten.
  • Laden Sie hin und wieder externe Vortragende mit spannenden Themen ein. „Extern“ wirkt üblicherweise glaubhafter als „intern“ und bringt Abwechslung.
  • Nutzen Sie jede Möglichkeit, um die Werbetrommel zu rühren – sei es das Intranet, die Mitarbeiterzeitung oder die Verbreitung über Ihre Team-Mitglieder. Sorgen Sie dafür, dass die Aktionen bekannt sind und positiv wahrgenommen werden (z. B. mittels Statements von Mitarbeitern, die dabei waren).
  • Vernetzen und tauschen Sie sich mit Gesundheits-Teams anderer Unternehmen aus – davon lässt sich beiderseitig profitieren.
  • Leisten Sie Nachbereitung: Fragen Sie nach Veranstaltungen bei einzelnen Mitarbeitern nach, was ihnen gefallen hat und wo aus ihrer Sicht das nächste Mal Verbesserungspotenzial liegt.
  • Vergessen Sie nicht auf die Evaluation und auf Basis dessen die Optimierung von Veranstaltungen.

Fazit

Ja, betriebliche Gesundheitsförderung kostet Geld.
Ja, betriebliche Gesundheitsförderung bindet Ressourcen.

Und ja, der Aufwand lohnt sich.

Mit einer überlegten und fundierten betrieblichen Gesundheitsförderung kann es gelingen, Ihre Unternehmensmarke in vielerlei Hinsicht noch mehr zu stärken. Sie ziehen junge Mitarbeiter an und halten die älteren. Sie steigern Ihren Unternehmenserfolg durch leistungsfähige und zufriedene Mitarbeiter und reduzieren Krankheitskosten. Sie fördern den Austausch und Zusammenhalt unter den Mitarbeitern – egal aus welcher Abteilung.

Jedes Unternehmen sollte sich selbst überlegen, wie modern und attraktiv es sich zeigen will. Wer sich im Kampf um die besten Fachkräfte befindet, kommt aber an betrieblicher Gesundheitsförderung schwerlich vorbei.

 


Über den Autor

Hilde Boss
Sortimentskommunikation Arbeitsschutz
Hilde Boss ist zuständig für die Sortimentskommunikation im Bereich Arbeitsschutz bei Haberkorn. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für Kommunikationsmaßnahmen und bereitet relevanten Content zu Fachthemen für geeignete Kommunikationskanäle auf.