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Arbeitsunterweisung: Hindernisse und Lösungen

· 3 Min Lesezeit

Die Unterweisung der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz ist Pflicht – dennoch wird sie häufig als ungeliebtes Übel angesehen. Wie kann man Arbeitsunterweisung interessanter und trotzdem gesetzeskonform gestalten? Wir haben einige Denkanstöße für Sie!

Die Pflicht ruft

Interessanter wird es sicher nicht, wenn man die gleichen Inhalte immer und immer wieder vortragen muss. Es passiert wohl häufig, dass Unterweisungen als wenig abwechslungsreicher Monolog des dazu Beauftragten vonstattengehen. Die verpflichteten Zuhörer können meist gerade mal einen Bruchteil der Inhalte im Kopf behalten.

Nachdem es aber nicht nur um die Erfüllung des Gesetzes, sondern in erster Linie um die Gesundheit der Mitarbeiter geht, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie das besser gemacht werden kann.

 

Arbeitsunterweisung: Hindernisse vs. Lösungen

Betrachtet man zunächst die verschiedenen Herausforderungen für die Unternehmen, ist es so, dass aus Gesetzessicht der Schutz der Arbeitnehmer immer strenger wird – und damit erhöht sich auch der Ausbildungsumfang. Gleichzeitig steigen Regressansprüche und laufend auch der wirtschaftliche Druck.

Dazu kommt noch eine Reihe organisatorischer Hürden:

Kosten

Anfallende Reisekosten und -spesen sowie Trainingskosten müssen einberechnet werden.

Zeitaufwand

Es kommt zu einem Arbeitszeitausfall während der Schulung.

Sprache

In einigen Branchen z. B. dem Baugewerbe werden die unterschiedlichsten Sprachen gesprochen. Deutsch und Englisch sind bei Weitem nicht Standard.

Interne Organisation

Speziell ausgebildete Personen sind während der Schulung für Arbeiten im Betrieb nicht erreichbar (beispielsweise Betriebsfeuerwehr).

Kontrolle

Wissens-/Verständniskontrolle und wiederkehrende Prüfungen müssen im Überblick gehalten werden.

 

Was also tun?

Zum einen sollte man einen Blick auf die Dauer und zum anderen auf die Darstellungsform der Unterweisungsthemen werfen.

Inhalte kurz und knapp halten

Theoretische Inhalte knackig, dafür aber öfter zu vermitteln bringt mehr, als tagelang trockene Themen zu wälzen und dann ein Jahr lang liegen zu lassen. Unabhängig vom Standort sollte die Ausbildung standardisiert werden. Der Unterricht der Zielgruppe muss – hinsichtlich der Vermittlung des Stoffes, aber auch hinsichtlich der Sprache – in verständlicher Art und Weise angepasst werden.

Lern-App am Smartphone

Aufgeteilt in Lernpakete kann die Theorie ideal mittels einer Lern-App am Smartphone vermittelt werden. Dies löst das Thema der Standardisierung, gleichzeitig kann der Mitarbeiter lernen, wo er will, wann er will und in welcher Sprache er will. Das Smartphone ist zudem ein Gerät, mit dem der Großteil der Bevölkerung mittlerweile perfekt vertraut ist und das immer dabei ist. Zudem wird der Wissensstand des Mitarbeiters einfach im Auge behalten. Auch eine Erinnerung an die Notwendigkeit von Nachschulungen und neuerlichen Unterweisungen wird über das System versendet.

Aktives Mitmachen bei Praxisthemen

Praxisthemen prägen sich am besten ein, wenn die Teilnehmer nicht nur zuschauen, sondern auch selbst mitmachen. Wenn Ihre Mitarbeiter das dann auch noch in ihrer eigenen PSA machen und auftauchende Fragen gleich beantwortet werden, haben Sie schon viel gewonnen.

Dafür bieten sich Praxistrainings an mobilen Übungsanlagen an, die von eigens ausgebildeten Trainern gehalten werden und bei denen verschiedene gefährliche Situationen nachgestellt und geübt werden können. Das Verständnis für und die Akzeptanz von Persönlicher Schutzausrüstung werden im sicheren Übungsraum gekräftigt.

Unterweisungen dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden, es spricht jedoch sicher nichts dagegen, sich moderner Hilfsmittel zu bedienen und es für alle Beteiligten etwas unkomplizierter, interessanter und sicherer zu machen. Wer sich hier traut, neue, moderne Wege zu gehen, darf sogar hoffen, dass Arbeitsplatzunterweisungen am Ende als spannende Abwechslung bewertet werden.


Über den Autor

Hilde Boss
Sortimentskommunikation Arbeitsschutz
Hilde Boss ist zuständig für die Sortimentskommunikation im Bereich Arbeitsschutz bei Haberkorn. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für Kommunikationsmaßnahmen und bereitet relevanten Content zu Fachthemen für geeignete Kommunikationskanäle auf.