Wir helfen Ihnen, den passenden Sicherheitsschuh auszuwählen, erklären welche Sicherheitsschuhklassen es gibt, welche Normen dabei relevant sind und wie Sie das passende Modell auswählen.

Die Schutzklassen von Sicherheitsschuhen im Überblick

Sicherheitsklassen

Bezeichnung

Merkmal

SB

Sicherheits-Basisausstattung

Zehenschutzkappe mit 200 Joule Stoßkraft, Rutschhemmung, ergonomische Passform

S1

Basis mit Zusatzfunktion

Zehenschutzkappe, antistatisch, Energieaufnahme im Fersenbereich

S1P

S1 mit Durchtrittschutz

Zusätzlich zu S1: Durchtrittsichere Sohle gegen spitze Objekte

S2

Wasserdichte Ergänzung

Wie S1, zusätzlich begrenzte Wasserdichtigkeit

S3

Rundum-Schutz

Wie S2, zusätzlich Durchtrittschutz und grobstollige Sohle

S4

Schutz aus Kunststoff

Wasserdicht, antistatisch, Energieaufnahme, für besondere Umgebungen geeignet

S5

S4 mit Durchtrittschutz

Wie S4, zusätzlich durchtrittsichere Sohle

Aufgliederung nach Anforderungen:

Eigenschaften

Kennzeichen

SB

S1

S1P

S2

S3

S4

S5

Rutschhemmung

Stahlkappe 200 Joul

Energieaufnahme Fersenbereich 

E

Antistatisch

A

Öl- und Benzinresistent

FO

Öl- und Wasserabweisend

Wasserfest

WR

Geschlossener Fersenbereich

Wasserdurchtritt und Aufnahme

WRU

Durchtrittsicher

P

Profilierte Sole

Die Wahl der Sicherheitsklasse hängt dabei von den spezifischen Anforderungen deines Arbeitsplatzes ab. Sicherheitsschuhe schützen deine Füße vor mechanischen, chemischen und thermischen Gefahren. Sie sind speziell darauf ausgelegt, Verletzungen durch herabfallende Gegenstände, spitze Objekte oder rutschige Oberflächen zu vermeiden. Damit Sie den richtigen Schutz für Ihren Arbeitsplatz wählen, ist es wichtig, die unterschiedlichen Klassen und Normen zu verstehen.

Unterscheidung der Sicherheitsklassen in Bereichen mit Wasser

Bild einer Sicherheitsschuhs der Wasserfest ist und in eine Wasserlache steigt
Der passende Schutz in Bereichen mit Feuchtigkeit und Wasser

Wenn es um Wasser geht, gibt es drei verschiedene Stufen die unterschieden werden:

Wasserabweisend (Water-Repellent)

  • Die Oberfläche des Schuhs wurde behandelt (z. B. mit einer speziellen Imprägnierung), sodass Wasser abperlt.

  • Schutz besteht nur bei leichtem Kontakt mit Wasser, wie z. B. bei Spritzwasser oder Nieselregen.

  • Nicht für längeren Kontakt mit Wasser geeignet – nach einer gewissen Zeit kann Feuchtigkeit eindringen.

  • Typisches Einsatzgebiet: Arbeiten in Innenräumen oder im Freien bei leichtem Regen.

Wasserfest (Water-Resistant)

  • Hält einer höheren Menge an Feuchtigkeit stand, aber nicht dauerhaft.

  • Das Material selbst schützt besser als wasserabweisende Schuhe, doch bei längerem Eintauchen oder starkem Regen dringt irgendwann Wasser ein.

  • Geeignet für wechselhafte Witterungsbedingungen oder Arbeiten mit gelegentlichem Wasserkontakt.

Wasserdicht (Waterproof)

  • Vollständiger Schutz vor Wasser, auch bei starkem Regen oder Eintauchen in Wasser.

  • Nähte sind oft zusätzlich versiegelt, und es werden spezielle Membranen (z. B. Gore-Tex) eingesetzt.

  • Ideal für Arbeiten in ständig nassen Umgebungen, wie auf Baustellen, im Tiefbau oder in der Landwirtschaft.

Wie oben in der Tabelle "Aufgliederung nach Anforderungen" bereits aufgezeigt, gibt es in Europa spezielle Normen die diese Eigenschaften regulieren.

  • WR (Water Resistant): Schutz gegen Wasseraufnahme und Durchdringen.

  • WRU (Water Resistant Upper): Nur das Obermaterial ist wasserresistent.

  • S3-Schuhe: Sicherheitsstandard, der auch wasserabweisende Eigenschaften (WRU) umfasst.

Zusätzlich zu diesen Hauptschutzklassen gibt es weitere Piktogramme, die spezifische Schutzfunktionen anzeigen.

  • P: Durchtrittsicherheit

  • C: Leitfähige Schuhe

  • A: Antistatische Schuhe

  • HI: Wärmeisolierung des Schuhbodens

  • CI: Kälteisolierung des Schuhbodens

  • E: Energieaufnahme im Fersenbereich

  • WRU: Wasserundurchlässigkeit des Obermaterials

  • HRO: Widerstand der Laufsohle

Schutz- oder Sicherheitsklassen nach europäischen Normen

Die Schutzklassen werden durch europäische Normen geregelt. Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Normen.

Normen

Bedeutung

EN ISO 20345

Standard für Sicherheitsschuhe: Mindestanforderungen wie Zehenschutzkappe mit 200 Joule

EN ISO 20347

Standard für Berufsschuhe: Ohne Zehenschutzkappe, aber mit Schutzfunktionen wie Rutschhemmung

SRC

Zusätzliche Rutschhemmung: Geprüft auf Keramikfliesen und Stahlböden

CI

Kälteisolierung: Ideal für Arbeiten bei niedrigen Temperaturen

HI

Hitzebeständigkeit: Schutz bei Arbeiten mit heißen Oberflächen

WR

Wasserdichtheit: Schuhe bleiben auch bei langem Kontakt mit Wasser dicht

In allen Bereichen in denen Sie folgendes Schild sehen, wird es empfohlen Sicherheitsschuhe zu tragen. Dies kann in der Farbe und Form abweichen.

Hinweisschild "Sicherheitsschuhe tragen"
Auszeichnung in Betrieben die darauf hinweist, dass Sicherheitsschuhe getragen werden sollten

Checkliste: Auswahl des richtigen Sicherheitsschuhs

Der Leitfaden zur Auswahl des passenden Sicherheitsschuhs mit Sicherheitsklasse soll dir dabei helfen, den passenden Sicherheitsschuh zu finden der auch die richtigen Anforderungen erfüllt. Achte auch darauf, dass der Schuh die relevanten Normen erfüllt und zusätzlich getestete Eigenschaften aufweist (z. B. SRC).

  1. Analysiere deine Arbeitsumgebung

    Gibt es mechanische Risiken wie herabfallende Gegenstände oder spitze Objekte?
    Arbeitest du in nassen, rutschigen oder chemischen Umgebungen?
    Benötigst du spezielle Eigenschaften wie Kälte- oder Hitzebeständigkeit?
  2. Wähle die passende Klasse

    SB oder S1: Für Arbeitsumgebungen ohne zusätzliche Gefahren
    S1P oder S3: Für Baustellen, Werkstätten oder Lager
    S2 oder S5: Für feuchte Umgebungen oder Outdoor-Arbeiten
  3. Achte auf Komfort und Passform

    Wähle die richtige Schuhgröße und -weite
    Teste den Schuh im Stand und in Bewegung
    Bevorzuge atmungsaktive Materialien bei längerem Tragen
  4. Prüfe die Zertifikate

Bedeutung der wichtigsten Abkürzungen bei Sicherheitsschuhen

Abkürzung

Bedeutung

Abkürzung

Bedeutung

S

Mit einem „S“ gekennzeichnete Schuhe sind mit einer Zehenschutzkappe ausgestattet, die einer Aufprallenergie von 200 J und einem Druck von 15 kN standhält.

Typ 2

sämtliche Brandbekämpfungs- und Rettungseinsätze, bei denen Schutz gegen Durchtritt und Zehenschutz benötigt wird, kein Schutz gegen chemische Gefahren

Klasse I

Schuhe aus Leder oder anderen Materialien, ausgenommen alle Gummi- oder Polymere-Materialien

ESD

elektrostatische Entladung

Klasse II

Gummi- (z. B. vollständig vulkanisiert) oder Polymere-Materialien (z. B. vollständig geformt)

ESD IEC 61340-5-1

Widerstand der elektrostatischen Entladung unter 35 Megaohm

HRO

Verhalten gegen Kontaktwärme

SRA

Rutschhemmung auf Böden mit Keramikfliesen mit Natriumlaurylsulfat-Lösung

WR

wasserfestes Schuhwerk

SRB

Rutschhemmung auf Stahlboden mit Glycerin

WRU

Beständigkeit gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme

SRC

SRA + SRB

CI

Kälteisolierung

FO

ölbeständige Laufsohle

HI

Wärmeisolierung

A

Antistatik

HI3

Wärmeisolierung Leistungsstufe 3

E

Energieaufnahme im Fersenbereich (bei 2 Joule geprüft)

P

Widerstand gegen Durchstich: Stahlsohle

C

Leitfähigkeit

PL

Widerstand gegen Durchstich: textile Sohle, 4,5 mm Nagel

M

Mittelfußschutz (Zusatzanforderung)

PS

Widerstand gegen Durchstich: textile Sohle, 3,0 mm Nagel

AN

Knöchelschutz (Zusatzanforderung)

WPA

Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme (Zusatzanforderung)

CR

Schnittfestigkeit (Zusatzanforderung)

FO

Kraftstoffbeständigkeit (Zusatzanforderung)

SC

Überkappenabrieb (Zusatzanforderung)

LG

Halt auf Leitern (Zusatzanforderung)

SR

Rutschhemmung (Zusatzanforderung)

Keramikfliesen/Glycerin

Über die Autorin

Merisa Topic

Merisa Topic

Sortimentskommunikation Arbeitsschutz, Haberkorn GmbH
Merisa Topic unterstützt die Sortimentskommunikation im Bereich Arbeitsschutz bei Haberkorn. Sie ist Ansprechpartnerin für Kommunikationsmaßnahmen und bereitet relevanten Content zu Fachthemen für geeignete Kommunikationskanäle auf.