Durch eine Neufassung der Norm EN 388:2016 für Schutzhandschuhe gibt es nun eine zweite Testmethode, um die Schnittfestigkeit festzustellen. Bei dem bisherigen Coupe-Verfahren wurden die Ergebnisse von schnittfesten Materialien wie Hochleistungs-Polyethylen, Glasfasern oder Stahlfasern verfälscht, da sich im Laufe des Tests die Schärfe der Testklinge reduzierte. Bei Materialien mit sogenannten abrasiven Fasern kommt nun die neue TDM-Testmethode nach EN ISO 13997 zum Einsatz. Bei diesem neuen Tomodynamometer-Verfahren wird eine gerade Klinge über das Material geführt, wobei die Klinge nach jeder Bewegung durch eine neue ersetzt wird. Darauf basierend entstehen neue Leistungsstufen von A bis F, wobei F die höchste Leistungsstufe darstellt. Durch die Einführung der neuen Testmethode ändert sich die Kennzeichnung auf Schutzhandschuhen. Die ersten vier Ziffern der Kennzeichnung bleiben gleich, an fünfter Stelle befindet sich nun der Buchstabe der Leistungsstufe laut TDM-Methode.

Übersicht der Schutzhandschuh-Norm EN 388:2016 mit Leistungsstufen für Abrieb-, Schnitt-, Reiß- und Durchstichfestigkeit
EN 388:2016 - Die gültige Norm für Schnittschutzhandschuhe

Verschiedene Schnittschutzklassen und Trägermaterialien

Schnittschutzhandschuhe bestehen aus verschiedenen Trägermaterialien, wobei jedes Material unterschiedliche Vorteile bietet. Die wichtigsten Gewebearten sind:

  • Dyneema®/HPPE: verfügt über eine hohe Schnitt- und Abriebfestigkeit, ist fusselarm und bietet ein kühles Tragegefühl

  • Dyneema®-Technologie: Sehr hohe Schnittfestigkeit und angenehmer Tragekomfort durch extrem dünne und starke Polyethylenfasern. Dyneema® ist 15-mal stärker als Stahl und bietet daher maximale Stärke bei minimalem Gewicht.

  • Glasfaser: schnittfest, leicht und robust

  • Kevlar®: vielseitiger, starker Schnitt- und Thermoschutz

  • Edelstahl: sehr starkes Material mit hoher Schnittfestigkeit

Schnittschutzhandschuhe werden in sechs verschiedene Kategorien unterteilt, von Kategorie A mit geringem Schnittschutz bis zu Kategorie F mit dem höchsten Schutz.

Schnittschutzklasse

Newtonwert

Empfohlene Anwendung

A – geringer Schnittschutz

≥ 2

leichtes allgemeines Handling ohne scharfkantige Objekte, Teilmontage, Kfz-Wartung, Bau, vielseitige Anwendungen

B – mittlerer Schnittschutz

≥ 5

Verpackungen, Lagerarbeiten, Stanzen von Leichtmetallen, Kfz- und Weißwarenmontage

C – hoher Schnittschutz

≥ 10

leichtes Handling von Blechen und Glas, Stanzen von Metallen, Kunststoffverarbeitung, Reifenproduktion, Automobil- und Weißwaren-Industrie

D – hoher Schnittschutz

≥ 15

Handling von Blechen und Glas/Flaschen, Stanzen von Metallen, leichte Arbeiten mit Fleisch und Geflügel, Schreinerarbeiten, Druckindustrie

E – höchster Schnittschutz

≥ 22

Handling von schweren Blechen/Metallen und Flachglas, Metall-Recycling, Abfallwirtschaft, Arbeiten mit Fleisch und Geflügel, Druckindustrie

F – höchster Schnittschutz

≥ 30

Handling von schweren Blechen/Metallen, Metall-Recycling, Abfallwirtschaft, schwere Arbeiten in der Fleischverarbeitung, Schlachtbetriebe

Über die Autorin

Merisa Topic

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Sortimentskommunikation Arbeitsschutz, Haberkorn GmbH
Merisa Topic unterstützt die Sortimentskommunikation im Bereich Arbeitsschutz bei Haberkorn. Sie ist Ansprechpartnerin für Kommunikationsmaßnahmen und bereitet relevanten Content zu Fachthemen für geeignete Kommunikationskanäle auf.