Genoppter Montagehandschuh mit Nitrilschaum-Beschichtung für höhere Griffsicherheit und längere Standzeiten, durch hohe Flexibilität, sehr guter Tragekomfort und perfekte Passform.
Nitrilschaum-beschichteter Montagehandschuh mit hoher Flexibilität, sehr gutem Tragekomfort und perfekter Passform. Auch für den Umgang mit Lebensmitteln geeignet.
Schnittschutzhandschuh mit innovativen Fasern für trockene Montagetätigkeiten. Ähnlicher Komfort wie beim klassischen MaxiFlex®-Handschuh, bietet jedoch mittleren Schutz vor Schnitten.
Patentierte Microschaum-Beschichtung für ein Höchstmaß an Flexibilität und Tastgefühl, Kombination aus Polyethylen, Nylon und Glas für maximale Schnittfestigkeit der Stufe 5.
Schnittschutzhandschuh mit 360° Atmungsaktivität durch die einzigartige, patentierte AirTech®-Plattform, die zusammen mit ErgoTech® für maximales Tastgefühl und Beweglichkeit sorgt. Handinnenseite mit Noppen.
Schnittschutzhandschuh mit 360° Atmungsaktivität durch die einzigartige, patentierte AirTech®-Plattform, die zusammen mit ErgoTech® für maximales Tastgefühl und Beweglichkeit sorgt. Ohne Noppen – silikonfrei.
Arbeitshandschuhe für besten Schutz – das sollte beachtet werden
Die Hände sind die bei Arbeitsunfällen am häufigsten betroffenen Körperteile. Handverletzungen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und bringen oft einen langwierigen Heilungsprozess mit sich. Abseits des menschlichen Leids, entstehen bei diesen Unfällen meist enorme Kosten für Ausfallzeiten, Behandlung und Rehabilitation. Deswegen sind Schutzhandschuhe wie bspw. Montagehandschuhe, Schnittschutzhandschuhe, Hitzeschutzhandschuhe, Kälteschutzhandschuhe oder Chemikalienschutzhandschuhe ein wesentlicher Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung und sollten mit großer Sorgfalt ausgewählt werden. Nicht nur der Tragekomfort, auch die Anwendungsbereiche und gesetzliche Normen und Vorschriften beeinflussen die Auswahl – eine sorgfältig durchgeführte und schriftlich dokumentierte Arbeitsplatzevaluierung ist eine gute Basis für die Auswahl der passenden Schutzhandschuhe.
Auf einen Blick
Verschiedenste Varianten und Arten von Schutzhandschuhen schützen die Hände bei der täglichen Arbeit mit Maschinen, Werkzeugen, schweren, spitzen oder scharfen Gegenständen sowie Chemikalien oder Hitze.
Die Auswahl von Schutzhandschuhen – diese Kriterien gilt es zu beachten
Es gibt viele Kriterien, die bei der Auswahl der geeigneten Arbeitshandschuhe eine wichtige Rolle spielen und unbedingt beachtet werden sollten.
Anwendungsbereich: Die Basis für die richtige Auswahl von Arbeitshandschuhen ist immer eine gute und schriftlich dokumentierte Arbeitsplatzevaluierung, in der die Gefahren am jeweiligen Arbeitsplatz beurteilt werden. Nur wer weiß, vor welchen Gefahren die Arbeitshandschuhe schützen müssen, kann die richtige Wahl treffen. Nach der Arbeitsplatzevaluierung ist auch klar, ob Handschuhe der Schutzkategorie I, II oder III zum Einsatz kommen müssen.
verbunden mit lebensbedrohenden Tätigkeiten: Umgang mit kontaminierten Stoffen oder hochkorrosiven Chemikalienmischungen, Feuerbekämpfung oder Hochspannungsarbeiten
irreversible Risiken
Arbeitsumgebung: Die Arbeitsumgebung beeinflusst die Auswahl von geeigneten Arbeitshandschuhen. Werden die Handschuhe beispielsweise in nassen Umgebungen oder sehr lange getragen, kommen sie in heißen oder kalten Umgebungen zum Einsatz oder ist für die Ausführung der Arbeit erhöhtes Tastgefühl notwendig?
Tragekomfort: Damit die Trägerin oder der Träger trotz Handschuhen effizient arbeiten können und auch die Sicherheit gewährleistet ist, ist es wichtig, dass Sicherheitshandschuhe gut sitzen, nicht drücken, zu eng sind oder verrutschen. Die passende Größe spielt eine wesentliche Rolle. Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber sollten auch individuelle Wünsche und Anforderungen der einzelnen Trägerinnen und Träger berücksichtigen. Nur mit hoher Trageakzeptanz werden Arbeitshandschuhe auch wirklich verwendet.
Beschichtung: Unterschiedliche Beschichtungen bieten unterschiedliche Vorteile und Schutzwirkungen. Mithilfe von Tests und durch die Einbeziehung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird geklärt, welche Beschichtung für die jeweiligen Anforderungen ideal geeignet ist.
Arbeitshandschuhe – gesetzliche Bestimmungen, Prüfverfahren und Kennzeichnung
Die Anforderungen an und Prüfungen von Arbeitshandschuhen werden durch verschiedene Normen geregelt. Die aus den Prüfungen resultierenden Ergebnisse und Einsatzmöglichkeiten werden mithilfe verschiedener Kennzeichnungen und Piktogramme für die Anwender ersichtlich gemacht. Es gibt allgemeine Vorschriften, die für alle Arten von Schutzhandschuhen gelten, und spezielle Anforderungen für bestimmte Handschuh-Varianten und deren Einsatzzwecke.
Generell gilt die PSA-Verordnung, die festlegt, dass Arbeitgeber für Tätigkeiten, bei denen die Gefahr von Verletzungen der Hände oder von Hautschädigungen besteht, zweckentsprechende Arbeitshandschuhe bzw. den passenden Armschutz zur Verfügung stellen müssen. Welche Gefahren das lt. PSA-Verordnung im Detail sind, was bei der Auswahl gesetzlich zu beachten ist und welche Vorgaben Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen sonst noch berücksichtigen müssen, kann in der PSA-Verordnung unter dem Punkt „Hand- und Armschutz“ nachgelesen werden. Arbeitshandschuhe, die der PSA-V entsprechen, weisen immer das CE-Kennzeichnen auf. Weitere Kennzeichnungen, die auf jedem Arbeitshandschuh zu finden sein müssen, sind folgende:
Typen-, Artikel- oder Modellnummer
Größenangabe
Handschuhbezeichnung
Anschrift und Name des Herstellers
Herstellungsdatum (Monat und Jahr) und ggfs. das Haltbarkeitsdatum
Ist eine Kennzeichnung auf den Handschuhen selbst nicht möglich (zum Beispiel bei Einmalhandschuhen), können die Kennzeichnungen auf der ersten Verpackung angebracht werden. Neben der PSA-V und den bereits aufgezählten Kennzeichnungen gibt es im Bereich der Schutzhandschuhe noch weitere wichtige Normen, die zur Anwendung kommen. Diese geben an, worauf die Handschuhe geprüft wurden und welchen Anforderungen sie genügen. Anhand der Prüfergebnisse werden die Handschuhe jeweils noch weiter in unterschiedliche Leistungsstufen unterteilt, die anhand ergänzender Zahlen und Buchstaben bei den jeweiligen Piktogrammen angegeben werden.
EN 388:2016 – Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken
Diese Norm regelt die Anforderungen an, Prüfverfahren für und Kennzeichnungen von Schutzhandschuhen gegen mechanische Risiken.
Prüfverfahren für Handschuhe zum Schutz gegen mechanische Risiken
Abriebfestigkeit: Das Material, aus dem der zu prüfende Schutzhandschuh besteht, wird mit Schleifpapier unter Druck bearbeitet, wobei die Anzahl der Zyklen, die erforderlich ist, um ein Loch in das Material zu schleifen, als Bezugsgröße dient. Bei mehrschichtig konstruierten Handflächen werden die Werte aller Materialien addiert. Ist ein Handschuh mit der höchsten Leistungsstufe 4 gekennzeichnet, so hat das Material zumindest 8.000 Zyklen ohne Lochbildung überstanden.
Schnittfestigkeit: Für die Prüfung der Schnittfestigkeit von Handschuhmaterialien kommen zwei Verfahren zum Einsatz.
Das Coupe-Verfahren: Ein rotierendes Rundmesser wird mit konstanter Geschwindigkeit und gleichbleibender Kraft von fünf Newton über ein eingespanntes Stück des Gewebes hin und her bewegt. Das Leistungslevel zwischen 1 und 5 wird aus der gesamten zurückgelegten Strecke berechnet, welche die Klinge bis zum Durchschneiden der Probe gebraucht hat. Da die Klinge jedoch nach und nach an Schärfe verliert, kann vor allem bei Schutzhandschuhen mit Schnittschutzlevel 4 oder 5 eine andere Art von Prüfung aussagekräftigere Ergebnisse liefern.
Die TDM-Testmethode nach EN ISO 13997: Eine gerade Klinge wird in einer Bewegung über die Probe geführt, wobei jedes Mal eine neue Klinge verwendet wird. Die bis zum Durchschneiden zurückgelegte Strecke mit verschieden hohem Kraftaufwand wird aufgezeichnet und grafisch dargestellt, um die Kraft zu bestimmen, bei der das Gewebe nach 20 mm Weglänge durchschnitten wäre. Auf der Grundlage dieser Kraft wird ein Leistungslevel zwischen A und F errechnet. Die Ergebnisse können manchmal jenen des Coupe-Tests widersprechen.
Prüfparameter
Coupe-Verfahren
TDM-Testmethode
verwendetes Gerät
Coupe-Testgerät
TDM- 100 (Tomodynamometer)
Klingen
rotierendes Rundmesser
gerade Klinge
Klingen
wird während des gesamten Tests nicht ausgetauscht
Einwegklingen
Weg der Klinge
80 mm
20 mm
angewandte Kraft
konstant bei 5 N
zunehmend
geeignet für
geringe Schnittschutz-Stufen
alle Schnittschutz-Stufen
Kontra
Nicht gut geeignet für Handschuhe, deren Fasern Glas oder Stahl enthalten. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Klinge abstumpft, wenn sie mit Glas oder Stahl in Kontakt gekommen ist. Dies kann zu Prüfergebnissen führen, die nicht der tatsächlichen Schutzqualität des Materials entsprechen: Für die betreffenden Handschuhe werden ungewöhnlich gute Prüfergebnisse erzielt.
Die Verwendung einer neuen Klinge nach jedem Schnitt ist zeitaufwändig und teuer.
definierte Bewertungen
Schnittindex
Newton
Stufen
5 Zahlen (1 bis 5)
6 Buchstaben (A bis F)
Weiterreißfestigkeit: Das Handschuhmaterial wird eingeschnitten, danach wird die Kraft gemessen, die erforderlich ist, um das Material zu reißen. Die höchste Leistungsstufe ist 4, was einer Kraft von 75 Newton entspricht.
Durchstichfestigkeit: Man misst die Kraft, die erforderlich ist, um den Handschuh mit einem Nagel von definierter Größe mit einer Geschwindigkeit von 10 cm/min zu durchstechen. Die höchste Leistungsstufe ist 4, was einer Kraft von 150 Newton entspricht.
Schutz gegen stoßartige Gefahren: Der geschützte Bereich der Handschuhe wird mit einer Stoßkraft von 5 J getestet. Die übertragene Kraft muss der höchsten Stufe, in diesem Fall Stufe 1, mit einem Einzelergebnis von ≤ 9,0 kN und einer durchschnittlichen Kraft von ≤ 7,0 kN entsprechen. Aufgrund der beschränkten Oberfläche kann der Bereich rund um die Finger mit dieser Methode nicht getestet werden.
Kennzeichnung von Handschuhen zum Schutz gegen mechanische Gefährdungen
Die Kennzeichnung nach EN 388:2016 gibt an, wie die Schnittfestigkeit, die Durchstichfestigkeit, die Weiterreißfestigkeit und die Abriebfestigkeit bei den jeweiligen Prüfungen eingestuft wurden – also wie gut der jeweilige Arbeitshandschuh vor mechanischen Gefahren schützt. Wenn der Schutzhandschuh zusätzlich einer Stoßschutzprüfung standhält, kann an sechster Stelle außerdem der Buchstabe P angegeben werden.
Die Kennzeichnung lt. EN 388:2016 sagt viel über den jeweiligen Schutzhandschuh aus – wenn man weiß, was die Ziffern und Buchstaben bedeuten.
EN 374:2016: Schutzhandschuhe für den Umgang mit Chemikalien
Diese Norm definiert die Anforderungen an, Prüfverfahren für und Kennzeichnung von Arbeitshandschuhen, die die Trägerinnen und Träger vor Chemikalien und Mikroorganismen schützen sollen.
Prüfverfahren für Handschuhe zum Schutz gegen chemische Risiken
Geprüft werden einerseits das Eindringen einer Chemikalie in den Schutzhandschuh durch schadhafte oder poröse Stellen im Material oder auch undichte Nähte, die sogenannte Penetration, sowie die Permeation, also die Zeit, die eine bestimmte Chemikalie benötigt, um durch das Handschuhmaterial zu gelangen. Es wird die Beständigkeit der Handschuhe gegenüber 18 verschiedenen Chemikalien geprüft und in sechs Leistungsstufen unterteilt.
Kennbuchstaben
Chemikalie
CAS-Nummer
Klasse
A
Methanol
67-56-1
primärer Alkohol
B
Aceton
67-64-1
Keton
C
Acetonitril
75-05-8
Nitril
D
Dichlormethan
75-09-2
Chlorkohlenwasserstoff
E
Kohlenstoffdisulfid
75-15-0
organische schwefelhaltige Verbindung
F
Toluol
108-88-3
aromatischer Kohlenwasserstoff
G
Diethylamin
109-89-7
Amin
H
Tetrahydrofuran
109-99-9
heterozyklischer Ether
I
Ethylacetat
141-78-6
Ether
J
n-Heptan
142-85-5
gesättigter Kohlenwasserstoff
K
Natriumhydroxid 40 %
1310-73-2
anorganische Base
L
Schwefelsäure 96 %
7664-93-9
anorganische Säure
M
Salpetersäure 65 %
7697-37-2
anorganische Säure
N
Essigsäure 99 %
64-19-7
organische Säure
O
Ammoniakwasser 25 %
1336-21-6
organische Base
P
Wasserstoffperoxid 30 %
7722-84-1
Oxidationsmittel
S
Flusssäure 40 %
7664-39-3
anorganische Säure
T
Formaldehyd 37 %
50-00-0
Aldehyde
Permeationsstufe
Durchdringungszeit
Leistungsstufe 1
10 Minuten
Leistungsstufe 2
30 Minuten
Leistungsstufe 3
60 Minuten
Leistungsstufe 4
120 Minuten
Leistungsstufe 5
240 Minuten
Leistungsstufe 6
480 Minuten
Kennzeichnung von Handschuhen für den Umgang mit Chemikalien
Die Kennzeichnung nach EN 374:2016 gibt an, wie gut und vor welchen Chemikalien der jeweilige Schutzhandschuh schützt. Auf Basis der Prüfergebnisse der Penetration und der Permeation werden Arbeitshandschuhe in drei Typen unterteilt, wobei aus Sicht der Unfallverhütung immer Typ A zu empfehlen ist. Zusätzlich zur Angabe, um welchen Typ es sich handelt, werden die Kennbuchstaben der Chemikalien angegeben, gegen die der Handschuh laut den Prüfergebnissen der Permeation schützt. Achtung: Erhöhte Temperatur und Dehnung während des Arbeitens können die mögliche Tragzeit stark verringern. Die Leistungsstufe wird auf Handschuhen nicht angegeben, da verschiedene Stoffe unterschiedliche Permeationszeiten haben.
Typ C (entspricht mind. Leistungsstufe 1): Die Permeation entspricht einer Zeit von mindestens zehn Minuten, die mindestens eine der in der obenstehenden Liste verzeichneten Chemikalien braucht, um durchzudringen.
Typ B (entspricht mind. Leistungsstufe 2): Die Permeation entspricht einer Zeit von mindestens 30 Minuten, die drei in der obenstehenden Liste verzeichnete Chemikalien brauchen, um durchzudringen.
Typ A (entspricht mind. Leistungsstufe 2): Die Permeation entspricht einer Zeit von mindestens 30 Minuten, die sechs in der obenstehenden Liste verzeichnete Chemikalien brauchen, um durchzudringen.
EN 407:2020 – Schutzhandschuhe gegen thermische Risiken (Hitze und/oder Feuer)
Schutzhandschuhe, die diese Zertifizierung tragen, werden durch die europäische Norm DIN EN 407 geregelt und entsprechen den Anforderungen für Schutzhandschuhe gegen thermische Risiken bei der Verwendung von Hitze. Sie schützen die Verwenderin oder den Verwender vor Strahlungswärme, Kontaktwärme und vor Spritzern von geschmolzenem Metall. Das betrifft jedoch nicht die Anwendung bei Brandbekämpfungen.
Schutzhandschuhe der Norm EN 407:2020 sollten folgende Merkmale erfüllen:
hohe Temperaturbeständigkeit
geringer Wärmedurchgang (Schutz gegen Konvektions-, Strahlungs- und Kontakthitze)
schwer entflammbar
Prüfverfahren für Handschuhe gegen thermische Gefährdungen durch Hitze und Feuer
Laut EN 407:2020 werden Sicherheitshandschuhe nach folgenden Kriterien geprüft und klassifiziert:
Begrenzte Flammenausbreitung (Prüfverfahren gemäß EN ISO 15025): Bei diesem Prüfverfahren wird der Handschuh über einem Brenner positioniert. Nach 10 Sekunden wird die Zündquelle entfernt und die Nachbrenn- und Nachglimmzeit gemessen.
Kontaktwärmewiderstand (Prüfverfahren gemäß EN ISO 12127-1): Hier wird der Kontaktwiderstand innerhalb eines Temperaturbereichs getestet. Hierfür werden drei Prüfmuster aus der Innenhand verschiedener Handschuhe geschnitten. Zudem müssen vom Material der Innenhand abweichende und für Kontaktwärmewiderstand ausgewiesene Handschuhbereiche geprüft werden. Die Muster werden auf einem Kalorimeter platziert. Die Heizplatte wird auf die erforderliche Kontakttemperatur erhitzt und mit den Mustern in Berührung gebracht. Das Kalorimeter wird um 10 °C erhöht, nach 15 Sekunden wird die Schwellenzeit ermittelt.
Konvektionswärmewiderstand (Prüfverfahren gemäß EN ISO 9151): Bei dieser Prüfung wird festgestellt, um wie viel Zeit der Handschuh den Transfer der Hitze einer Flamme verzögert. Hierfür werden wieder drei Prüfmuster ausgeschnitten und über eine Flamme gehalten. Die Hitze, die die Prüfmuster durchdringt, wird mit einem Kupferkalorimeter gemessen. Das Kalorimeter wird um 24 °C erhöht und die Schwellenzeit gemessen.
Strahlungswärmewiderstand (Prüfverfahren gemäß EN ISO 6942): Hier wird die Zeit des durch den Handschuh verzögerten Hitzetransfers einer Strahlungswärmequelle ermittelt. Im ersten Schritt werden Handschuh-Prüfmuster vom Handrücken ausgeschnitten, die dann der Strahlungswärmequelle ausgesetzt werden. Die Hitze, die durchdringt, wird mit einem Kalorimeter gemessen. Das Kalorimeter wird um 24 °C erhöht und die Schwellenzeit gemessen.
Widerstand gegen kleine Schmelzmetallspritzer (Prüfverfahren gemäß EN 348): Hier wird die Anzahl der Schmelzmetalltropfen festgestellt, die dafür sorgt, dass der Handschuh auf eine bestimmte Stufe erwärmt. Dafür werden vier Prüfmuster an unterschiedlichen Stellen des Handschuhs entnommen und vor einem Sensor platziert. Dieser misst die Anzahl der Schmelzmetalltropfen, bei der eine Erwärmung um 40 °C erfolgt.
Widerstand gegen große Mengen von Schmelzmetall (Prüfverfahren gemäß EN ISO 9185): Bei dieser Prüfung wird das Gewicht von Schmelzmetall ermittelt, bei dem eine Glättung oder Nadelstichbildung an einer Hautsimulation auftritt. Hierfür werden drei Prüfmuster von verschiedenen Stellen am Handschuh entnommen und mit geschmolzenem Eisen übergossen. Eine Hautsimulation aus PVC wird direkt hinter dem Prüfmuster platziert, so kann die Beschädigung der Haut ermittelt werden. Die Mindestmenge, die diese Schäden verursacht, wird als Leistungsstufe angegeben.
Kennzeichnung von Handschuhen gegen thermische Gefährdungen durch Hitze und Feuer
Die Ergebnisse der diversen Prüfverfahren nach EN 407:2020 werden mithilfe von sechs Ziffern angegeben. Jede Ziffer spiegelt das Leistungsverhalten in einer Kategorie wider. Steht ein X anstelle einer Zahl von 1–4, bedeutet das, dass der Handschuh für das entsprechende Risiko nicht geprüft wurde.
Schutzstufe
1
2
3
4
Kennzeichnung
A. Begrenzte Flammenausbreitung (s) Nachbrennzeit Nachglimmzeit
> 15 keine Anforderung
< 10 < 120
< 3 < 25
< 2 < 5
erste Zahl der Kennzeichnung
B. Kontaktwärme (s)
100 °C > 15
250 °C > 15
350 °C
> 15
500 °C
> 15
zweite Zahl der Kennzeichnung
C. konvektive Wärme (s)
> 4
> 7
> 10
> 18
dritte Zahl der Kennzeichnung
D. Strahlungswärme (s)
> 7
> 20
> 50
> 95
vierte Zahl der Kennzeichnung
E. Wärmebelastung durch kleine Spritzer geschmolzenen Metalls (Anz.)
> 10
> 15
> 25
> 35
fünfte Zahl der Kennzeichnung
F. Wärmebelastung durch große Mengen flüssigen Metalls (g)
30
60
120
200
sechste Zahl der Kennzeichnung
Bei der Deklarierung von begrenzter Flammenausbreitung (Mindestleistungsstufe 1 in der Entflammbarkeitsprüfung):
Keine Deklarierung von begrenzter Flammenausbreitung:
EN 511: Schutzhandschuhe zum Schutz vor Kälte
Diese Norm definiert die Anforderungen an, Prüfverfahren für und Kennzeichnung von Arbeitshandschuhen, die den Träger vor Kälte und ihren Folgen schützen sollen.
Prüfverfahren für Handschuhe zum Schutz vor Kälte
Geprüft werden die Schutzhandschuhe auf konvektive Kälte und Kontaktkälte.
Konvektive Kälte: Es wird die Energiemenge gemessen, die notwendig ist, um die Temperatur eines erwärmten Handmodells (30 bis 35 °C) mit Schutzhandschuh gegenüber der konstanten Raumtemperatur aufrechtzuerhalten. Es wird in vier Leistungsstufen unterteilt – je höher die Zahl, desto besser das Prüfergebnis.
Kontaktkälte (Prüfung nach ISO 5085): Als Messgröße dient die Veränderung des Temperaturgefälles, wenn das Handschuhmaterial als Isolator zwischen eine kalte und eine heiße Platte gelegt wird. Es wird in vier Leistungsstufen unterteilt – je höher die Zahl, desto besser das Prüfergebnis.
Wasserundurchlässigkeit (Prüfung nach EN ISO 15383): Es wird getestet, wie lange kein Wasser in den Arbeitshandschuh eindringt. Bei mehr als 30 Minuten gilt die Prüfung als bestanden.
Leistungsstufe
0
1
2
3
4
A. konvektive Kälte (Isolation ITR/m²)
|<0,10
0,1≤| <0,15
0,15≤| <0,22
0,22≤| <0,30
0,30≤|
B. Kontaktkälte (thermischer Widerstand R/m²)
R≤0,025
0,025≤R<0,050
0,050≤R<0,100
0,100≤R<0,150
0,150≤R
C. Wasserdurchdringung, 5 Min.
Penetration
keine Penetration
Kennzeichnung von Handschuhen zum Schutz vor Kälte
Bei Kälteschutzhandschuhen werden neben dem Piktogramm drei Zahlen angegeben. Die erste steht dabei für die konvektive Kälte, die zweite für die Kontaktkälte und die dritte für die Wasserdichtheit. Jedes dieser Kriterien kann in vier Leistungsgruppen aufgeteilt werden. Ist statt einer Zahl ein X angegeben, so wurde der Handschuh nicht für das entsprechende Risiko geprüft.
EN 16350:2014: Schutzhandschuhe mit elektrostatischen Eigenschaften Diese Norm definiert die Anforderungen an, Prüfverfahren für und Kennzeichnung von Schutzhandschuhen mit elektrostatischen Eigenschaften.
Prüfverfahren für Handschuhe mit elektrostatischen Eigenschaften Die Atmosphäre bei der Prüfung zur Bestimmung des Durchgangswiderstands muss sich aus einer Lufttemperatur von 23 ± 1 °C und einer relativen Luftfeuchte von 25 ± 5 % zusammensetzen. Der Durchgangswiderstand muss < 100 Megaohm sein (Rv < 1,0 x 108 Ω), wobei der Durchgangswiderstand Rv nach DIN EN 1149-2:1997 geprüft wird.
Es werden fünf Proben gemessen. Jeder einzelne dieser Messwerte muss den Grenzwert einhalten.
Kennzeichnung von Handschuhen mit elektrostatischen Eigenschaften Mit der EN ISO 21420 wurde ein neues ESD-Piktogramm eingeführt. Zuvor konnten antistatische Eigenschaften auf Grundlage der Normenreihe EN 1149 geprüft werden. Dieses Prüfverfahren ist weiterhin zulässig, bildet aber nicht mehr die Grundlage für die Verwendung des ESD-Piktogramms. Die Prüfdaten nach EN 1149 können weiterhin in den Nutzerinformationen angegeben werden.
Bei Handschuhen, die für ATEX-Bereiche bestimmt sind, werden elektrostatische Eigenschaften gemäß EN 16350 (= Prüfverfahren gemäß EN 1149-2) geprüft. Handschuhe, die diese Anforderungen erfüllen, können mit dem ESD-Piktogramm gekennzeichnet werden.
Die wichtigsten Materialien bei Schutzhandschuhen
Bei Arbeitshandschuhe zum Schutz vor thermischen Gefahren wird zwischen Naturfasern und Chemiefasern unterschieden. Sie unterschieden sich außerdem durch Garnstärke, Maschendichte und die Beschichtung. Arbeitshandschuhe aus Naturfasern wie Baumwolle eignen sich besonders gut für trockene Arbeiten, bieten aber im Gegensatz zu Arbeitshandschuhen aus Chemiefasern wie Aramid, Nylon, Acryl oder Kevlar nur geringen Schutz. Besonders bewährt haben sich Arbeitshandschuhe aus Leder zum Schutz vor mechanischen Gefährdungen.
Zum Schutz vor Chemikalien und bei der Arbeit mit biologischen Arbeitsstoffen haben sich Handschuhe aus Naturlatex, Nitril, Neopren und PVC bewährt.
Für Arbeiten mit Hitze oder Feuer empfehlen wir Schutzhandschuhe aus künstlichen organischen Fasern wie Polyamid. Bei Temperaturen unter 200 °C können Lederhandschuhe eingesetzt werden. Bei hohen Temperaturen eignen sich Schutzhandschuhe aus Glasfasergewebe.
Vor Kälte schützen Handschuhe mit einer thermischen Isolierungsschicht besonders gut. Dazu zählen Arbeitshandschuhe mit aufgerauter Innenbeschichtung und Handschuhe mit wasserdichten Außenbeschichtungen.
Die Bedeutung der unterschiedlichen Beschichtungen bei Arbeitshandschuhen
PU ist besonders dünn und bringt ein gutes Fingerspitzengefühl.
Nitril ist glatt, dicht und bietet einen guten Schutz gegen Öle, Fette und Flüssigkeiten.
Nitrilschaum federt Stöße gut ab, ist atmungsaktiv, flexibel und lässt Flüssigkeiten nur bedingt durch.
Latex bietet durch seine Dicke einen guten Schutz gegen spitze und raue Gegenstände.
Schutzhandschuhe richtig reinigen
Grundsätzlich wird empfohlen, Arbeitshandschuhe regelmäßig nur von Hand mit milder Seife und einer Bürste zu reinigen. Eine zu aggressive Reinigung kann Beschädigungen des Handschuhs nach sich ziehen. Waschmaschinengänge sollten vermieden werden, es sind diesbezüglich aber immer die Herstellerinformationen zu beachten. Sind Arbeitshandschuhe waschmaschinentauglich, können sie meist bei 30 bis 40 Grad gewaschen werden. Die Handschuhe sollten immer an der Luft getrocknet werden.
Professioneller Hautschutzplan
Im Hautschutzplan werden die Gefahren für die Haut am jeweiligen Arbeitsplatz sowie die zu verwendenden Hautschutzmittel, Hautreinigungsmittel und Hautpflegemittel aufgeführt. So ein Hautschutzplan ist gesetzlich vorgeschrieben und muss ausgehängt werden. Außerdem ist er Teil der regelmäßigen Unterweisung. Die im Plan aufgeführten Produkte sind vom Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Wir helfen Ihnen sehr gerne bei der Auswahl der passenden Produkte und erstellen mit Ihnen gemeinsam einen auf Ihre Anforderungen zugeschnittenen Hautschutzplan. Kontaktieren Sie uns!
Kategorien und Kennzeichnungen von Schutzhandschuhen
Dieser Ratgeber zeigt, wie Schutzhandschuhe in Kategorien eingeteilt werden und welche Normen (z. B. EN 21420, EN 388, EN 374, EN 407, EN 511) wofür stehen. Sie erfahren, wie Leistungslevel und Piktogramme zu lesen sind und welche Kennzeichnungen (z. B. CE) verpflichtend sind, um den passenden Handschutz sicher auszuwählen.
Allergische Reaktionen auf Einweghandschuhe können durch Latexproteine, Vulkanisationsbeschleuniger oder Weichmacher ausgelöst werden. Der Überblick erklärt die Unterschiede zwischen Latex, Nitril und Vinyl, typische Allergieformen sowie geeignete Alternativen für empfindliche Haut.
Latex, Nitril oder Vinyl – Einweghandschuhe unterscheiden sich deutlich in Komfort, Schutzwirkung und Hautverträglichkeit. Der Überblick zeigt die wichtigsten Vor- und Nachteile der Materialien und hilft bei der Auswahl des passenden Handschuhs für den jeweiligen Einsatz.
Die Norm EN 388:2016 führt mit der TDM-Testmethode eine präzisere Bewertung der Schnittfestigkeit von Schutzhandschuhen ein. Neue Schnittschutzklassen von A bis F und moderne Trägermaterialien wie Dyneema®, Kevlar® oder Glasfaser ermöglichen eine passgenaue Auswahl für unterschiedliche Einsatzbereiche.
Unterschiedliche Materialien bei Arbeitshandschuhen
Moderne Arbeitshandschuhe bieten je nach Material und Beschichtung zuverlässigen Schutz vor mechanischen, chemischen, thermischen und klimatischen Risiken – bei optimaler Passform, hoher Beweglichkeit und sicherem Griff.
Schutzhandschuhe richtig waschen – was ist erlaubt?
Schutzhandschuhe unterliegen strengen Regeln: Waschen kann Schutzwirkung und Produkthaftung gefährden. Erlaubt ist eine Reinigung nur, wenn der Hersteller sie ausdrücklich freigibt und dann ausschließlich unter definierten Bedingungen.
Gepuderte Einmalhandschuhe erleichtern das An und Ausziehen und sorgen für ein trockeneres Hautgefühl bei feuchten Händen. Aus gesundheitlichen Gründen werden jedoch zunehmend ungepuderte Varianten bevorzugt, da Puder Allergien, Hauttrockenheit und Schleimhautreizungen begünstigen kann.
Bitte melden Sie sich an, um direkt Ihrer persönlichen Ansprechpartnerin oder Ihrem persönlichen Ansprechpartner zu schreiben. Nicht angemeldete Personen servicieren wir gerne über unseren allgemeinen Kontakt.